Dez

21

2009

Der Energieausweis laut EnEV – für den Laie oftmals schwer zu verstehen

Abgelegt in Allgemein

Oftmals ist es schwierig, als Laie die Daten im Energieausweis gemäß der EnEV für ein Haus oder ein Wohngebäude tatsächlich komplett zu verstehen. Vor einer trügerischen Hoffnung warnt Jörg Huber, der Energieexperte der Verbraucherzentrale Hamburg. Oftmals werden laut Jörg Huber bei den Kauf- oder Mietinteressenten falsche Hoffnungen geweckt, dass durch die Angabe sämtlicher Daten im Energiepass der tatsächliche Energieverbrauch für den Haushalt in Deutschland sofort ersichtlich ist.

Die Daten aus dem Energiepass oder Energieausweis laut der EnEV (Energieeinsparungsverordnung) tatsächlich korrekt zu interpretieren, stellt sich als eher schwierig dar. Mancher Laie hat bereits Probleme mit den verschiedensten Begriffen zur Energie, wie zum Beispiel Primärenergie und Endenergie, die in Deutschland in der EnEV geregelt sind. Gegenüber dem dpa Themendienst erklärte der Energieexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, dass zu den Schwierigkeiten mit dem korrekten Verständnis der einzelnen Begriffe noch hinzu komme, dass zwischen den im Energieausweis für ein Haus oder Wohngebäude und den tatsächlichen Daten im Energieverbrauch für den Haushalt in Deutschland erhebliche Unterschiede bestehen können.

Dies liegt unter anderem darin begründet, dass es sich bei den Daten im Energiepass um durchschnittliche Werte für das Haus und dessen Energieverbrauch handelt. Die jeweilige Lage der Wohnungen in einem großen Mietgebäude wird bei einem Energieausweis laut EnEV nicht berücksichtigt. In einem Haus kann eine Nordwohnung, die sich zudem im ungedämmten Dachgeschoss befindet und damit wenig Sonneneinstrahlung hat, bei einem zusätzlichen ungünstigen Heizverhalten bis zu 30 Prozent mehr verbrauchen als im Energieausweis für das gesamte Wohngebäude angegeben.

Im Vergleich zum tatsächlichen Energieverbrauch im Haushalt zu den auf dem Energieausweis für das Haus angegeben Daten können erhebliche Unterschiede bestehen. Um für eine Wohnung oder ein Haus den Energieverbrauch zu ermitteln, ist es wichtig zu wissen, wie viele Menschen in der Wohnung oder im Haus leben und wie lange diese sich dort täglich aufhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt für den tatsächlichen Energie- oder Stromverbrauch ist die Nutzung und Beheizung der einzelnen Räume. Für alle, die sich auf die Daten im Energieausweis für das Haus oder das Wohngebäude verlassen, kann es beim tatsächlichen Energieverbrauch im Haushalt zu unangenehmen Überraschungen kommen. Besser als sich auf die Daten im Energiepass zu verlassen, ist ein direkter Kontakt zum Vormieter, um dessen Energieverbrauch für seinen Haushalt zu erfragen. Dabei sollte auch daran gedacht werden, sich zu erkundigen, wie häufig und wie lange der Vormieter sich täglich in seiner Wohnung aufgehalten hat. Der Energieexperte der Verbraucherzentrale in Hamburg empfiehlt, sich auf jeden Fall rechtzeitig über den Energieverbrauch der Wohnungen und für das Haus zu erkundigen. Schließlich werden neben der regulären Miete die Nebenkosten mittlerweile als zweite Miete bezeichnet.

Die Pflicht für einen Energieausweis nach der EnEV ist für alle Immobilienbesitzer gegeben, die ein Haus verkaufen oder Wohnungen vermieten wollen. Beim Energiepass werden laut den Erklärungen des Energieexperten der Verbraucherzentrale Hamburg zwei Arten unterschieden:
Der Bedarfsausweis ist für Neubauten sowie für ältere Gebäude Pflicht, wenn diese nicht saniert sind und sich darin weniger als 5 Wohnungen befinden.
Als die weniger strenge Variante gilt der Verbrauchsausweis. Dieser ist für sanierte Gebäude und nicht sanierte, größere Wohnblöcke gültig. Im Verbrauchsausweis wird der Energieverbrauch für den Haushalt auf der Basis eines Zeitraums von mindestens 3 Jahren in Kilowattstunden angegeben.

Generell sollte jeder Käufer oder Mieter einen Blick auf den Energieausweis laut EnEV für das Haus oder das Wohngebäude werfen und sich gleichzeitig bei den Vormietern oder vorherigen Bewohnern über den tatsächlichen Energieverbrauch im Haushalt erkundigen.

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